Im Grunde genommen begann Saubers Formel-1-Kampagne vor nahezu 14 Jahren. Als die damaligen Partner Mercedes-Benz und PP Sauber AG im Zuge des sich abzeichnenden Niedergangs der Sportwagen-WM zu Beginn der neunziger Jahre ihre motorsportliche Zukunft erörterten, wurde die Formel 1 bald zum Thema und im Laufe des Sommers 1991 zum gemeinsamen Projekt erhoben. In Stuttgart und Hinwil kamen die Vorbereitungsarbeiten gut voran, und es schien zunächst nichts gegen den Aufbruch zu neuen Ufern zu sprechen. Umso schwerer traf Peter Sauber der im November 1991 vom Mercedes-Vorstand gefällte Entscheid, sich einstweilen nicht mehr am internationalen Motorsport zu beteiligen. Was sollte nun aus dem eben erst fertig gestellten Hinwiler High-Tech-Werk, dem umfangreichen Rennsport-Know-How und dem im Hinblick auf die Formel 1 bereits engagierten Personal werden?, fragte sich Sauber.
Im Januar 1992 entschloss er sich zum Alleingang - zwar mit finanzieller und technologischer Unterstützung von Mercedes, aber auch mit dem Risiko, in eine unrühmliche Reihe mit anderen Schweizer Formel-1-Machern gestellt zu werden. Mercedes' ausgebliebenes Bekenntnis zur Formel 1 schmälerte nicht nur die Basis des Projekts, sondern führte auch zu einigen Wirrnissen. Dazu gehörte der Verlust des Designers Harvey Postlethwaite, der sich, vom Stuttgarter Entscheid zutiefst enttäuscht, nach kaum fünfmonatiger Tätigkeit in Hinwil verabschiedete. Trotzdem standen am 14. März 1993 in Kyalami wie geplant zwei Sauber C12 am Start zum GP von Südafrika.
Mit dem 5. Rang von JJ Lehto geriet die Premiere zum Grosserfolg. Insgesamt hatten zuvor nur vier Neuankömmlinge den WM-Einstand mit einem Punktgewinn gefeiert. Den Schritt in die Formel 1 tat Sauber 1993 allein - wenn auch unter aufmerksamer Beobachtung aus dem Schwabenland. Die Verbindung mit Mercedes-Benz lebte dann auch im folgenden Jahr nochmals kurz auf, ehe Sauber ab 1995 für zwei Jahre das offizielle Werksteam von Ford wurde.